Le Shuuk-Interview

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Le Shuuk

Le Shuuk – ein Name, ein Markenzeichen, eine Erfolgsformel, ein DJ. Im Jahr 2005 startete Chris seine einzigartige Karriere, die zehn Jahre später ihren ersten Höhepunkt erreichte. Der Stuttgarter macht eine musikalische Reise um die Welt: Frankfurt, Kroatien, China, Indien, Niederlande, Korea, Auftritte am Mittelmeer, im ICE oder auf 2.200 Metern Höhe in den Alpen. Und Achtung!

Im März 2019 machte Le Shuuk seinen Jungfernflug in der Schwerlosigkeit beim BigCityBeats WORLD CLUB DOME und als erster DJ präsentierte er dort seine neue Single „Gold Baby“. Verrückt! Als Produzent zählt Chris Stritzel immer mehr zu den Global Playern und heute erzählt er uns über seine musikalische Karriere und Unicorn Army.

Chris, vor ca. vier Jahren standest du zum ersten Mal auf der Hauptbühne des BigCityBeats WORLD CLUB DOME und heute bist du ein Resident-DJ vor tausenden von Party-Menschen. Welche Erwartungen hast du an die Veranstaltung?
Ich kann dazu nur sagen, dass ich vor vier Jahren nicht damit gerechnet habe, dass es in den nächsten Jahren so schnell, so weiter und so hoch für mich geht. Und ich bin sehr dankbar, dass mir damals Bernd Breiter das Vertrauen geschenkt hat. Zum Opening haben sie mich auf die Mainstage gepackt und in den letzten Jahren habe ich mir einen besseren Slot, einen Headline Slot, erarbeitet, zu der Zeit, bei der richtige Weltstars spielen. Das Gefühl, was man auf der Mainstage bekommt, diese Energie – einfach unfassbar! Es gibt für mich kein Festival in Deutschland, wo ich mich so ausleben kann und ich bin sehr stolz und happy, dass ich von Anfang an dabei sein durfte. Ich freue mich einfach auf die nächsten Jahre.

Auf der Welt gibt es Millionen Musiker. Aber noch nie hat einer ein neues Lied in der Schwerlosigkeit veröffentlicht. Wie war es für dich?
Das Song release in der Schwerelosigkeit war der absolute Wahnsinn!!! Dieses Gefühl kann man gar nicht mit Worten beschreiben. Riesen Aufregung. Ich wurde fest an das DJ Pult geschnallt, mit zwei Gurten, mit einem Astronaut, der mich fest gehielt und aufpasste, dass ich nicht aufs DJ Pult fliege, wenn die Schwerelosigkeit zu Ende ist. Der nächste krasse Moment, wo ich an der Decke schwebte und diesen Butten gedrückt habe um mein Song abzuspielen. Das Lied wurde damit weltweit released. So viele Emotionen. Wahnsinn! Man muss sich das so vorstellen, wenn man früher als Kind seine Geschenke bekommen hat oder sich auf Weihnachten gefreut hat und dann die Nacht davor nicht schlafen konnte. Dieses einzige Gefühl mal 10 multipliziert – so ein Kribbeln war das.

Le Shuuk gibt ESA-Kommandant Luca Parmitano einen DJ-Workshop, damit dieser
am 13.08.2019 live auf der ISS das erste DJ-Set im Weltraum spielen konnte. Foto: DigitizedReality for BigCityBeats

 

Du hast schon viele Tracks rein für den Floor produziert und geschrieben. Bei „Gold Baby“ steckt eine andere Songstruktur dahinter. Damit hat, glaube ich, keiner so wirklich gerechnet. Kannst du uns etwas darüber erzählen?
Bei „Gold Baby“ ist das etwas ganz Besonderes. Ich habe in den letzten Jahren sehr drauf geachtet, dass ich Tracks für Festivals und Clubs produziere und hier ist es meistens so, dass so ein Track 1-2 Monate funktioniert. Rein theoretisch ist diese Songstruktur aus der Melodie raus, aus minimalistischen Drop und aus paar emotional eingesungenen Vokals. Mit „Gold Baby“ wollte ich einen Langzeit-Song machen, bei dem mehrere Leute involviert sind, wo man verschiedene Ideen einbauen kann. Darunter gehört u.a. ein Gitarrist, ein Sänger, ein Songwriter. Wir haben die Gitarre und verschiede Sounds per Bongos live im Studio eingespielt, haben auf dem Tisch gehauen oder irgendwelche Klicks oder Töne aufgenommen. Man hört, dass es ein organischer Track ist. Ich hatte einfach Bock mit mehreren Leuten Musik zu machen und deswegen ist es auch, etwas anderes geworden. Ich bin sehr stolz und glücklich darüber, dass das so eine geile Nummer entstanden ist.
Was denkst du über den Stand der elektronischen Musik im Jahr 2019? Es ist sehr hart und gemischt auf den ganzen Bühnen geworden. Viele verschiedene Genres werden auf die großen Bühnen gepackt, egal, ob das Techno, Hardstyle, EDM, Electro House, Bass House ist. Bei den großen Weltstars kann man gerade gut erkennen, dass sich viele davon in dem Hardstyle verirren, obwohl das Thema schon seit 3-4 Jahren aktuell ist. Jedes Jahr ist ein neuer Trend da, dann wird dieser Trend kopiert und das geht immer so weiter.

Wie ist dein Jahr 2019 bisher verlaufen und was steht für dich Anfang 2020 als Nächstes an?
Mein Jahr 2019 ist der Wahnsinn! Von Jahr zu Jahr ist immer noch mehr gegangen. Wir haben alleine jetzt in diesem Sommer 2019 genauso viele Bookings gehabt, wie komplett im Jahr 2018. Das ist 30 % mehr und das ist erst der jetziger Stand im August. Das ist krank. Im Januar 2020 findet wieder die WorldClubDome #WinterEdition statt. Ich bin wieder mit einer kleinen Überraschung dabei (freut euch auf ein krankes Wochenende). Dann natürlich WorldClubDome im Sommer. Nächstes Jahr will ich zudem meine erste Le Shuuk Mansion machen, also eine eigene Villa für exklusiv 100 verrückte Unicorns in Kroatien. Wir werden eine Woche lang zusammen auf Tour im selben Haus sein. Jeden Tag Party im Club, dann Poolparty, dann Bootsparty. Nächstes Jahr findet auch wieder das Sierra Partyfloss statt (since 2009). Und auch meine Hochzeit steht nächstes Jahr an. Das ist der Plan.

Foto: DigitizedReality for BigCityBeats

Was sind für dich, die wichtigsten Momente deiner künstlerischen Karriere?
Der wichtigste Moment für mich ist, das da draußen das ankommt, was ich mache. Ich verstelle mich gar nicht und ich bin so, wie ich bin. Total überdreht, voller Ideen und Energie, manchmal explodiert das alles. Wenn ich dann in den nächsten Tagen so viel Feedback bekomme oder wenn ich sehe, wie viel Menschen mein Merchandise kaufen, das mit Stolz tragen und den Namen überall präsentieren, obwohl ich auf den ganzen Festivals gar nicht unterwegs bin und trotzdem laufen sie dort mit meinen Unterhosen, Hoodies, Caps oder Fahnen rum. Somit bekomme ich das Gefühl von den Fans, die meine Musik hören und mit mir unterwegs sind, dass die gesamten Momente Spaß machen. Wenn man sein Hobby zum Beruf macht, dann ist das ein Jackpot. Ich bin sehr dankbar, dass ich so geile Fans habe!

Wenn man sein Hobby zum Beruf macht, dann ist das ein Jackpot. Ich bin sehr dankbar, dass ich
so geile Fans habe!”

Wenn man sich den Terminkalender vieler Musiker ansieht, dann fällt mir auf, dass neben den vielen Festival-Gigs auch Club-Shows gespielt werden. Welche Art von Auftritt reizt dich mehr: Festival oder Club?
Eine gute Frage. Diese kann man ganz einfach beantworten. Hier gibt es kein mehr oder weniger. Das macht in Allem die Mischung aus. Ich feiere das natürlich vor 40.000 oder auch vor 80.000 Menschen mein Set zu spielen. Das ist natürlich atemberaubend. Dennoch bin ich auch sehr gerne in dem Club unterwegs, wo auch 300 oder 1.000 Menschen unterwegs sind. In einem Club kann man direkt in die Augen schauen, in die Hände klatschen. Man ist direkt im Geschehen drin und man bekommt ein direktes Gefühl für die Tracks, die man dort spielt. Das Geschreie, der Jubel. Ein kleines Konzert. Das macht besonders Spaß. Aber dennoch bin ich auch gern auf den großen Bühnen, wo das Feuerwerk zur Musik immer hoch geht und wo man immer tausende von Armen sieht. Mit dieser Crowd kann man auch sehr gut agieren. Das macht auch sehr viel Spaß. Und ich glaube, wenn man die gesunde Mischung beibehält, dann kann man das auch sehr lange machen. Ich will NIEMALS nur Festivals spielen. Ich will immer mal wieder eine Club-Show haben, wo ich diese direkte Nähe zu den Leuten bekomme.

Wenn du dir die Liste der „Richest“ oder „Top DJs“ anschaust, hast du Schwierigkeiten, dort eine DJane zu finden. Gibt es eine, die du gerade magst?
Hier muss ich dir Recht geben. Da gibt es kaum eine Djane im DJ Mag drin. Soweit ich weiß, es gibt ein DJ Mag für Djanes. Häh. Aber von den Mädels her, finde ich Deborah de Luca und Charlotte de Witte richtig geil. Das ist zwar komplett Techno, aber das feiere ich grade total und baue den einen oder anderen Track gerne in meine Sets mit ein.

Ich folge dir seit einiger Zeit bei Instagram. Du scheinst die ganze Zeit so besonnen zu sein. Wie bewahrst du diese Professionalität und Ausgeglichenheit, insbesondere in einer Branche voller Genuss und Party?
Das ist eine gute Frage. Wie ich das schaffe, nach dem Wochenende, morgens um 8:00 Uhr, jeden Montag, Dienstag und Mittwoch aufzustehen, im Office zu sein, meine Instagram Stories zu teilen, mich um die Bestellungen zu kümmern, die von Merchandising reinkommen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich damals um 07:00 Uhr in meinem Handwerkjob erscheinen musste und natürlich auch daran, dass ich mich durch meine Freundin, auch unter der Woche gesund ernähre. Sie hat viel mit Fitness zu tun. Im August hatte ich alleine 24 Shows in 31 Tagen, also 2 bis 3 Shows am Tag. Und wenn man wieder daheim ist, tut das wirklich gut. Ein sehr perfekter Ausgleich. Aber Sport treibe ich nicht. Mein Sport ist das Auflegen. Dadurch, dass ich eine tolle Familie, Partnerin und super Freundeskreis habe, bringen sie mich wieder auf dem Boden der Tatsachen zurück. Sie passen auf mich auf. Was ist das beste Kompliment, das du jemals bekommen hast? Ich habe tatsächlich mal ein sehr ergreifendes Kompliment bekommen und das war von einer Person, die gesagt hat: „Chris, du bist der Grund mit deiner Musik, deiner Energie, mit deinem Auflegen… der Grund dafür, dass ich morgens aufstehe“. Das ist ein sehr krasses Kompliment und bedeutet mir sehr viel. Deswegen gebe ich bei meinen Shows immer 200% und versuche jeden mit meiner Musik glücklich zu machen.

Abschließend ein paar Worte an deine deutschen Fans?
Vielen Dank, dass ihr immer dabei seid. Ob ihr 100 oder 1000 Kilometer zu meinen Shows fährt, ob ihr overnight Flug nach Mallorca bucht und für 1,5 Stunden zu mir fliegt. Das ist alles einfach unfassbar! Ich nehme das alles immer zur Kenntnis und bin unendlich dankbar. Ich kann echt sagen, dass wir mit der Unicorn Army einzigartig auf der ganzen Welt sind , so krass wie wir unterwegs sind. Viele, viele Superstar DJs fragen mich immer wieder „Chris, woher hast du solche treuen und solche vielen Fans, die dich damit unterstützen“ und ich sage einfach “hey Leute, keine Ahnung“. Ich beschäftige mich einfach mit allem, habe Lust in der Menge zu sein, Lust mit euch unterwegs zu sein und mit euch gemeinsam die Marke LE SHUUK aufzubauen. Das ha ben wir die letzten 15 Jahre so gemacht und das werden wir hoffentlich die nächsten 15 Jahre weiter machen!

Bis bald und vielen Dank! UNICORN ARMY FOREVER! Chris, vielen Dank für das tolle Gespräch! Alles Gute!

Text: Izabela Chojnowska · Fotos: Digitzed Reality für BigCityBeats

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