Kellerkind-Interview

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KELLERKIND

Am 30.11.2019 fand im Braunschweiger Laut Klub ein Showcase des von Oliver Koletzki gegründeten Berliner Labels »Stil vor Talent« statt. Am Rande der Veranstaltung trafen wir uns mit dem Schweizer DJ- und Produzenten Marco Biagini aka »Kellerkind«.

Hallo Marco, alles gut bei dir? Wie ist dein Jahr 2019 verlaufen? Wenn man deine Spotify-Jahresrückblick betrachtet, nicht allzu schlecht…!?
Hallo André, vielen Dank alles gut das Jahr war toll! Ich war sehr viel im Studio tätig habe jedoch nichts veröffentlicht, da ich ausschliesslich an meinem Album gearbeitet habe, welches im Frühling 2020 erscheinen wird. Natürlich habe ich mich auch über die vielen Plays auf Spotify sehr gefreut und das obwohl gar nichts Neues von mir released wurde.

Seit 10 Jahren bist du beim Label »Stil vor Talent« unter Vertrag. Was hat sich in dieser doch geraumen Zeit für dich verändert, wie hast du dich weiterentwickelt?
Wenn ich über die letzten 10 Jahre nachdenke ging da doch einiges, einerseits habe ich mich musikalisch stets etwas verändert, wobei ich natürlich froh bin, dass auch Oliver Koletzki sehr offen für Musik ist und meine Musik immer gerne unterstützt hat und veröffentlichte. Zudem habe ich mich in meinen Augen aber auch technisch weiterentwickelt. Ich habe viel Neues dazu gelernt über Musikproduktion, Abmischen von Tracks usw., man lernt nie aus und genau dadurch bleibt Musik produzieren für mich auch immer so spannend und faszinierend.

Foto: Micki Rosi Richter

Der kleine Laut Klub, hier in Braunschweig ist ja eher als Underground-Laden zu bezeichnen. Was reizt dich persönlich mehr, die große Festival-Bühne oder der kleine familiäre Club?
Für mich persönlich hat beides seinen Reiz, meine ersten Berührungen mit elektronischer Musik waren Anfang der 90er Jahre in Clubs und an Raves. Daher ist dies mit Sicherheit mein Ursprung wo ich herkomme und was ich auch heute noch unglaublich liebe. Speziell das kleine familiäre was du erwähnst, dass man so nahe bei den Menschen ist, quasi mitten im Geschehen und nicht weit entfernt auf einer grossen Bühne steht, ist was ich an Clubs unheimlich liebe. An Festivals wiederum (ob gross oder klein) liebe ich, dass sie oft im Sommer und draussen stattfinden was natürlich ein ganz besonderes Ambiente bietet. Je nach Location bietet da auch schon die Natur einen magischen Beitrag zum gesamten Festival. Ach und zwischendurch ist es ja doch auch schön, ein wenig aus den Kellern rauszukommen.

Wenn ich an Events in der Schweiz denke, fällt mir spontan nur die »Street Parade« in Zürich ein. Was gibt es sonst noch so für interessante elektronische Festivals in deinem Heimatland, welches man auf jeden Fall einmal besuchen sollte?
Da gibt es doch noch einiges mehr und gerade auch an besonderen Locations wo die Natur viel mitspielt, z.B. das “Rakete The Lake Festival” am Zürichsee, die Vision, dann diverse Festivals in den Bergen wie z.B. das “Afterseason Festival”, “Arosa Electronica”, “Caprice Festival”, “Polaris Festival” usw. Zudem finde ich aber auch, dass wir in der Schweiz eine hohe Clubdichte haben, mit sehr guten Clubs.

Foto: Mona Fluri & Sergejs Mings

Der erste Track, den ich von dir gehört habe war »Decatune«, ein unheimlich brutaler Tech-House Tune, der mich total begeistert und sich sogleich in meiner Running-Playlist wiedergefunden hat. Was kannst Du mir über diesen Song erzählen?
Das freut mich sehr, danke! Entstanden ist der Tune als ich seit 10 Jahren unter Kellerkind Musik machte, daher auch der Name. Ansonsten gibt es über den Track eigentl. nichts besonderes zu erzählen 🙂

Ich liebe auf jeden Fall viele verschiedene Arten von Musik und mag es auch immer wieder Einflüsse aus anderer Musik mit elektronischer Musik zu vereinen […]

Musikalisch bist du ja sehr vielseitig unterwegs, bei deinem heutigen Set habe ich das Cure-Sample von »A Forest« abgefeiert. Dann habe ich gelesen, dass du in deiner Kindheit Gitarre und Klavier gespielt hast. Inwiefern hat dich diese “Genre-fremde” Musik beeinflusst?
Ich liebe auf jeden Fall viele verschiedene Arten von Musik und mag es auch immer wieder Einflüsse aus anderer Musik mit elektronischer Musik zu vereinen wie z.B. in Tracks wie “disco on the dancefloor”, “lelelale”, “shakti pan” usw. Der Klavierunterricht den ich in meiner Kindheit hatte hilft mir dabei, meine musikalischen Ideen besser umsetzen zu können. Leider dachte ich als 13 jähriger Junge, dass ich nur noch auflegen will und nicht mehr Klavier spielen, daher bin ich auch nicht ein wirklich guter Pianist. Es hilft mir jedoch schon und ich versuche auch da mich immer wieder zu verbessern.

Elektronisch gesehen – gibt es einen typischen »Kellerkind«-Sound? Wie würdest du deine Stil bezeichnen?
Ich denke die Basis meiner Musik ist House, das entwickelt sich dann über die Jahre stets ein bisschen von Deep-House über Tech-House zu Afro-House bis hin zu Melodic-House usw. Selbst wenn ich mal einen Down-Tempo Tune produziere sind da bestimmt die Grooves aus der House-Musik rauszuhören. Für mich persönlich ist etwas vom Schönsten an der elektronischen Musik, dass man so viele Genres ineinanderfließen und vereinen kann.

Foto: Mona Fluri & Sergejs Mings

Die Frage nach deinem Künstlernamen darf natürlich nicht fehlen – darf man sich das so vorstellen, dass deine musikalischen Anfänge im Keller des Elternhauses begannen, wo du niemanden mit dem Krach auf die Nerven gehen konntest?
Nicht ganz, im Elternhaus habe ich mich in die Waschküche zurückgezogen 🙂 Kellerkind entstand einige Jahre später (2007) als ein Freund mich plötzlich so nannte, weil ich so viel Zeit in meinem ersten Studio verbrachte, welches sich im Keller eines Industrieareals befand. Er meinte von Zeit zu Zeit zu mir, “komm mal wieder raus an die frische Luft, du Kellerkind”, worauf ich mir irgendwann dachte, dass dies doch gleich ein toller Künstlername wäre.

Gibt es musikalische Vorbilder oder auch Weggefährten, die du uns unbedingt ans Herz legen möchtest
Musikalische Vorbilder gibt es viele und auch immer wieder Künstler, die mich sehr inspirieren. So waren dies in diesem Jahr ganz besonders Cioz, der so unglaublich toll modulierte Synth-Sounds in seinen Produktionen hat, Sam Shure welcher ein unglaublich tolles Album veröffentlichte und auch der in der Schweiz wohnhafte “Black Circle”, welcher mich mit seinen Produktionen immer wieder begeistert hat.

Deine Pläne für 2020 – gibt es schon etwas Konkretes zu berichten? Was wird eines deiner Highlights werden, so far?
Wie bereits erwähnt werde ich im Frühling 2020 mein 3. Album veröffentlichen was für mich sicherlich auch eines meiner Highlights sein wird. Ansonsten bin ich selber gespannt was das Jahr noch mit sich bringen wird 🙂

Dafür wünschen wir dir den größtmöglichen Erfolg, lass uns mal ein, zwei Belegexemplare für unsere Leser zur Verlosung zukommen. Vielen Dank, Marco, für das Interview und bis bald!

In nunmehr 15 Jahren hat sich Marco Biagini, vielen besser bekannt als Kellerkind, als konstante und verlässliche Kraft auf den Tanzflächen rund um den Globus etabliert.

Aus dem Land der frischen Luft und schneebedeckten Berggipfel heraus, präsentiert der Schweizer Künstler seine einzigartige Interpretation zeitgenössischer elektronischer Musik, sei es in Form seiner dynamischen DJ-Sets oder klanglich-diversen Produktionen.

Seit der ersten Begegnung mit Chicago House im heimatlichen Solothurn zieht sich vor allem ein Impuls wie ein roter Faden durch Kellerkinds gesamte Karriere – “Es geht immer um den Groove”, sagt er bestimmt.

Als unfassbar aktiver Produzent setzte Kellerkind so mit zwei Alben, sowie unzähligen EPs, geprägt von emotionalen Deep House-Melodien und fesselnden Tech House-Grooves, immer wieder neue Höhepunkte – veröffentlicht auf renommierten Labels wie Stil vor Talent, Hive Audio, Noir, Suara oder Katermukke.

Besonders die Verbundenheit zur Berliner Stil vor Talent-Familie erwies sich als fruchtvolle Kollaboration, die viele seiner größten Chart-Erfolge hervorbrachte. Zu den Höhepunkten zählen zwei Beatport #1 Tracks – zunächst gelang Kellerkind mit ‘Backflash’ in 2012 der internationale Durchbruch, Anfang 2017 legte er mit ‘Shakti Pan’ nach. Die Hauptcharakteristiken seiner Musik – eine allumfassende Wärme und tanzbare Rhythmik – finden fortan regelmäßig ihren Weg in die Szene-relevanten Charts und Playlists. Zusätzlich habe sie auch Größen wie Oliver Koletzki, Edu Imbernon, Tiger Stripes, Gary Beck, Lexy & K-Paul und Soukie & Windish überzeugt, für die Kellerkind in den letzten zehn Jahren als Remixer aktiv war.

Seine DJ-Sets führten Kellerkind parallel in weltweit etablierte Clubs und Festivals: von Schweizer Institutionen wie Hive, Fridas Büxe, Rote Fabrik, Zukunft und Kapitel, über Dubai, Südafrika, Brasilien, Thailand, Ägypten, in alle Ecke Europas.

Über das DJ/ Produzenten Dasein hinaus, hat sich Marco Biagini mit seinem langjährigen Freund und DJ Luca De Grandis für die passend betitelte Partyreihe ‘Unter Freunden’ zusammengetan, und bringt regelmäßig Acts wie Niko Schwind, Channel X, Boy Next Door und Björn Störig in die Schweiz, um seine lokale Szene zu stärken.

In diesem Jahr forscht Kellerkind weiter nach neuen Klangbildern, stets bereit seine Entdeckungen mit dem Dancefloor zu teilen. Darauf, dass Kellerkind die pulsierenden Grooves und unhaltbare Energie, die ihn zu einem wahren Ausnahmekünstler der Schweizer Szene gemacht haben, immer im Gepäck hat, ist Verlass.

Text: André Hallbauer · Fotos: Mona Fluri & Sergejs Mings, Micki Rosi Richter

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