KAMRAD Interview

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Kamrad ist ein aufstrebender Künstler, Songwriter und Produzent aus Deutschland, der Elemente aus Pop und EDM kombiniert, um seinen ganz eigene Interpretation von zeitgenössischer Popmusik zu kreieren. Angetrieben von einem einzigartigen Stil, der seinen besonderen Gesangscharakter mit modernen, elektronischem Sound mixt, vereinen Kamrad’s Songs perfekt eingängige Melodien mit bedeutungsvollen Texten. Mit seiner Single „I Believe“ hat der Sänger und Songwriter bereits große Erfolge erzielt: Der Song hat mehr als 65 Mio. Streams erreicht und war mehr als 8 Wochen lang der meistgespielte Song im deutschen Radio. Auch der Nachfolger „Feel Alive“ schlägt in die gleiche Kerbe und geht gerade richtig steil. Kamrad’s Erfolgsrezept: das untrügliche Gespür Gute-Laune-Songs zu produzieren, die einem unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht zaubern und auch im (Arbeits-)Alltag lange im Ohr nachklingen.

Hallo Tim, ich hoffe, du bist heute auch mit einem Lächeln im Gesicht aufgestanden. Wie geht es dir zur Zeit und wie bist du ins noch neue Jahr 2023 gestartet?
Hi! Mir geht es aktuell wirklich gut – ich habe zwar glaube ich immer noch nicht ganz begriffen, was ich seit etwas mehr als einem Jahr erleben darf, aber ich versuche es in vollen Zügen zu genießen. 2023 ging für mich eigentlich genau so los, wie 2022 geendet hat: mit ganz viel Musik und viel Reisen. Ich habe im Januar meine neue Single released und durfte zum Videodreh nach L.A. und dann auf große Promotour. Aktuell bin ich wieder im Studio und genieße diese etwas ruhigere Zeit.

Fotos: Sonja Gutschera + Leif Henrik Osthoff

Bei meiner Recherche bin ich darauf gestoßen, dass es in deiner jungen Karriere bereits einen richtigen Tiefpunkt gab. Nun geht es wieder stetig bergauf, bei dir – dein neuer Song „Feel Alive“ beschreibt, den Aufbruch in eine bessere Zeit. Erzähle mal, was möchtest du deinen Fans mit auf dem Weg geben?
In „Feel Alive“ geht es um den Moment, wenn man es gerade aus einer schweren Zeit geschafft hat und merkt, dass es endlich wieder bergauf geht. Ich wollte einfach dieses Gefühl der Leichtigkeit einfangen und in einen Song packen. Mir persönlich ging es genau so, als ich im letzten Jahr gemerkt habe, dass meine Musik scheinbar doch bei den Menschen ankommen kann und dass die langjährige Arbeit nicht umsonst war. Das war gerade nach dem Tiefpunkt in 2021, als ich mich von meinem kompletten ehemaligen Team getrennt und meine Karriere neugestartet hatte, eine extrem erleichternde Erkenntnis.

Ich war einer der Menschen, die Silvester 2022 tatsächlich vor dem TV verbrachten – dort habe ich auch deinen Auftritt am Brandenburger Tor gesehen. War das so ein persönliches Highlight im vergangen Jahr und/oder gab es noch weitere Momente, die für dich bedeutsam waren?
In 2022 gab es für mich tatsächlich eine Menge Highlights, sodass es schwierig ist, das „Eine“ Highlight zu benennen. Silvester am Brandenburger Tor performen zu dürfen, ist aber auf jeden Fall ganz oben in der Rangliste mit dabei. Ich hatte mir schon immer gewünscht, dort einmal spielen zu dürfen und hatte echt eine unfassbar schöne Zeit. Andere tolle Momente waren einfach die Meilensteine, die ich letztes Jahr mit „I Believe“ erleben durfte: Sich das erste Mal zufällig im Radio hören, die ersten Sommerkonzerte, wo Menschen den Text mitsingen konnten. Das war schon alles echt verrückt.

Dein Song „I Believe“ wurde ja mehrfach ge-remixed, u.a. von Topic und Claptone. Wie wichtig sind solche Remixe für die musikalische Karriere und ist schwer, seinen Song ein stück weg aus der Hand zu geben?
Ich finde Remixe total spannend, weil sie den Song nochmal in ein komplett neues Licht rücken und auch einem selber zeigen, wie die eigene Musik noch klingen kann. Dementsprechend war es für mich auch nicht schwer, zum Beispiel „I Believe“ aus der Hand zu geben, weil ich einfach sehr gespannt darauf war, was die Remixer daraus machen. Am Ende hat jeder Remix seinen eigenen Style und genau das finde ich so schön daran. Mir ist dabei immer wichtig, dass das Original vorher genau so klingt, wie ich es mir vorgestellt habe, weil ich glaube, dass man nur so eine echte „Künstleridentität“ aufbauen kann. Remixe sind in meinen Augen dann das Add-On, das der Musik eventuell helfen kann, noch mehr Menschen zu erreichen.

Fotos: Sonja Gutschera + Leif Henrik Osthoff

Du hast kürzlich ein TikTok über KI gemacht. Ist das ein Thema gegenüber dem du grundsätzlich aufgeschlossen bist oder siehst du das eher als Gefahr für das Musikbusiness und der Kreativbranche im Allgemeinen?
Ich bin grundsätzlich absolut interessiert daran und auch offen dafür, mit allen möglichen KIs zu experimentieren, weil ich glaube, dass das alles inspirieren kann, um neue Ideen zu entwickeln, auf die man alleine eventuell nicht gekommen wäre. „Leider“ sind die KIs aber noch lange nicht so weit, dass sie einem beim Songwriting helfen können – und ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass das jemals wirklich authentisch funktionieren wird. Denn Songwriting ist so unkontrolliert und emotionsgetrieben, das ist ganz schwer zu imitieren. Das Video habe ich gemacht, weil ja immer mehr Gerüchte kursieren, dass KI der „bessere Songwriter“ ist und ich wollte mich einfach ein bisschen darüber lustig machen. 

In einem Pressetext wird dein „multi-instrumentales Können“ herausgestellt – welche Instrumente beherrschst du und wie sah deine musikalische Ausbildung genau aus?
Ich würde mich nicht zwingend als Multi-Instrumentalisten beschreiben. Eigentlich bin ich vor allem Gitarrist und spiele deshalb auch ganz okay Bass. Wenn es sein muss, weiß ich mir auch am Klavier etwas zu helfen – dann aber nur, wenn ich im Studio meine Ruhe habe. Auf der Bühne würde ich mich das nicht trauen bzw. dem Publikum nicht zumuten wollen. Meine erste Berührung mit Musik kam durch meinen Vater und war tatsächlich schon ziemlich früh. Bei uns zu Hause gab es immer viele Gitarren, weil mein Vater selbst hobbymäßig Musik macht und so konnte ich schon ganz jung anfangen. Ich habe dann meine ganze Schulzeit lang Gitarrenunterricht genommen und in jeder freien Minute Musik gemacht und dann nach der Schule beschlossen, dass ich das beruflich machen möchte.

Nun startest du deine am 10. April deine erste eigene Headlines-Tour durch Europa. Wie groß ist die Vorfreude?
Riesengroß. Ich glaube einen schöneren Geburtstag könnte ich mir nicht vorstellen. Livemusik war immer schon der Grund, warum ich überhaupt angefangen habe, Musik zu machen und ich freue mich einfach extrem darauf, endlich die Leute kennenzulernen, die meine Musik feiern und mit ihnen Party zu machen.

Du wirst als großartiger Live-Performer beschrieben. Auf deiner Tour kommt auch nichts aus der Dose sondern alles Live von dir und deiner Band – das und deine Nahbarkeit schätzen deine Fans so an dir – was schätzt du an deinen Fans besonders?
Ich bin einfach begeistert davon, dass es wirklich Menschen gibt, die bei dem Überangebot an Musik aktuell die bewusste Entscheidung treffen, sich einen Abend freizunehmen, um zu meinem Konzert zu kommen. Das ist wirklich völlig verrückt für mich und dafür bin ich extrem dankbar. Tatsächlich sind auch ein paar Fans schon sehr lange dabei und begleiten mich seit meinen Anfängen. Das ist total schön, weil wir natürlich sehr viele Erinnerungen miteinander teilen. Generell sind genau diese Menschen der Grund, warum ich jeden Tag Musik machen darf und deshalb mit Abstand der wichtigste Teil meiner Karriere.

Fotos: Sonja Gutschera + Leif Henrik Osthoff

Auf dem Programm stehen viele große Städte – gibt es einen Ort oder eine Konzert Location, auf den/die du dich im Speziellen freust?
Neben meinem Geburtstag in Hamburg und meinem „Heimspiel“ in Köln freue ich mich auch sehr auf Warschau. Meine Familie kommt aus Polen und alle werden da sein, um gemeinsam zu feiern. Das wird echt ein besonderer Moment, weil ich niemals damit gerechnet habe, mit meiner Musik sogar Menschen in Polen zu erreichen, geschweige denn dort ein Konzert zu spielen.

Neben und nach der ausgedehnten Tour, hast du noch Zeit für neue Projekte? Ist ein neues Album geplant?
Ich bin aktuell quasi jeden Tag im Studio und arbeite an neuer Musik. Deshalb gibt es auf jeden Fall einige neue Songs, die ich meinen Fans und generell allen Leuten, die mich durch „I Believe“ entdeckt haben, zeigen möchte. Dementsprechend wird es dieses Jahr einiges an neuer Musik geben und es gibt auch den Plan, eine EP zu releasen. Wie und wann weiß ich noch nicht ganz genau, weil das natürlich davon abhängt, wann ich das Gefühl habe, dass alles fertig ist, aber ich denke, dass dieses Jahr auf jeden Fall etwas kommen wird. 

Vielen Dank für das Interview!

Text: André Hallbauer
Fotos: Sonja Gutschera + Leif Henrik Osthoff

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